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Flüssigkeiten im Handgepäck 2026: Die 100-ml-Regel gilt weiter – meistens

Die 100-ml-Regel sollte 2026 fallen. Sie ist nicht gefallen. An einzelnen Kontrollspuren in Frankfurt und München gelten inzwischen zwei Liter – überall sonst bleibt alles beim Alten. Der aktuelle Stand, ohne Wunschdenken.

Sophie Bauer
Sophie Bauer
14. August 2026
Kosmetikfläschchen in einem durchsichtigen Beutel für die Sicherheitskontrolle
Foto: Marta Branco / Pexels

Es gibt kaum eine Reiseregel, über deren Abschaffung so oft berichtet wurde wie über die 100-ml-Grenze für Flüssigkeiten. Und kaum eine, die so hartnäckig weitergilt.

Der Stand 2026 ist unbequem, weil er nicht einheitlich ist: An einzelnen Kontrollspuren in Frankfurt und München darfst du inzwischen zwei Liter mitnehmen. An allen anderen Spuren und an allen anderen deutschen Flughäfen gilt weiterhin die alte Regel. Wer die Meldung über die neuen Scanner gelesen und daraus geschlossen hat, er könne jetzt die volle Shampooflasche einpacken, steht am Band und packt sie wieder aus.

Die Grundregel, die fast überall gilt

Flüssigkeiten dürfen im Handgepäck nur in Behältern von maximal 100 Millilitern mitgeführt werden. Alle Behälter zusammen müssen in einen durchsichtigen, wiederverschließbaren Beutel mit einem Liter Fassungsvermögen passen, und pro Person ist ein solcher Beutel erlaubt.

Zwei Missverständnisse dazu, die regelmäßig für Diskussionen am Band sorgen:

Es zählt die Behältergröße, nicht die Füllmenge. Eine zu einem Drittel gefüllte 200-ml-Flasche ist nicht erlaubt, auch wenn nur 70 ml drin sind. Der Aufdruck auf dem Behälter entscheidet.

Der Beutel muss zugehen. Ein Liter ist keine ungefähre Angabe, sondern die Grenze. Wenn du ihn zudrücken musst, ist er zu voll.

Am Flughafen BER und an den meisten deutschen Standorten ist das unverändert der Alltag: Beutel raus, in die Wanne, durchs Band.

Die Ausnahme: CT-Scanner in Frankfurt und München

An ausgewählten Kontrollspuren in Frankfurt und München stehen inzwischen CT-Scanner. Die erzeugen ein dreidimensionales Bild des Gepäckstücks, und das Personal kann Flüssigkeiten beurteilen, ohne dass sie einzeln herausgenommen werden müssen.

Dort gilt: bis zu zwei Liter Flüssigkeiten, und der durchsichtige Beutel wird nicht mehr verlangt. Auch Laptop und Tablet dürfen an diesen Spuren meist in der Tasche bleiben, was den Ablauf spürbar beschleunigt.

Das klingt nach der ersehnten Erleichterung, hat aber drei Haken, die du kennen musst:

Du kannst dir die Spur nicht aussuchen. Welche Kontrolle du bekommst, hängt vom Terminal, von der Tageszeit und von der Auslastung ab. Es gibt keinen Anspruch darauf, an einer CT-Spur kontrolliert zu werden.

Es gilt nur für den Abflug an diesem Flughafen. Die Regel ist an das Gerät gebunden, nicht an dich oder dein Ticket.

Die EU hat die Beschränkung nicht aufgehoben. Entgegen ursprünglicher Pläne bleibt die Flüssigkeitsbeschränkung als Regel bestehen; die Zwei-Liter-Erlaubnis ist eine technisch begründete Ausnahme an bestimmten Kontrollen, kein neuer Standard.

Praktisch heißt das: Pack so, als gäbe es die Ausnahme nicht. Wenn du an einer CT-Spur landest, hast du einen entspannten Moment. Wenn nicht, hast du kein Problem.

Die Falle beim Umsteigen

Das ist der Punkt, an dem die neue Regel Leute wirklich in Schwierigkeiten bringt.

Angenommen, du fliegst von Frankfurt über einen anderen Flughafen weiter und hast an einer CT-Spur anderthalb Liter Flüssigkeit ins Handgepäck bekommen. Am Umsteigeflughafen wirst du erneut kontrolliert – und dort gilt womöglich die 100-ml-Regel. Deine Flüssigkeiten sind dann nicht etwa geduldet, weil sie in Frankfurt erlaubt waren. Sie werden aussortiert.

Dasselbe gilt für den Rückflug: Was du am Hinflughafen mitnehmen durftest, sagt nichts darüber aus, was am Zielflughafen erlaubt ist.

Deshalb die einzige robuste Regel für alle, die umsteigen oder zurückfliegen: die 100 ml als Maßstab nehmen. Alles andere ist ein Bonus für den einzelnen Abflug.

Ausnahmen, die immer gelten

Unabhängig von Scanner und Flughafen gibt es drei Kategorien, die nicht unter die Mengengrenze fallen:

Medikamente. Flüssige Medikamente, die du während des Fluges brauchst – Insulin etwa –, sind ausgenommen. Der Bedarf muss allerdings glaubhaft nachgewiesen werden; ein Rezept oder ein ärztliches Attest genügt dafür. Führ das Dokument griffbereit mit, nicht unten im Koffer.

Spezielle Nahrung. Babynahrung und diätische Spezialnahrung sind ebenfalls ausgenommen. Eine feste Mengenbeschränkung gibt es nicht, die Ausnahme greift aber nur für die Menge, die für die Dauer der Reise nötig ist. Ein Tagesvorrat für unterwegs ist unproblematisch, ein Wochenvorrat für den Urlaub gehört in den aufgegebenen Koffer.

Duty-free-Einkäufe. Flüssigkeiten, die du am Flughafen oder an Bord gekauft hast, sind erlaubt – aber nur im versiegelten Sicherheitsbeutel, dem STEB. Der muss manipulationssicher, ungeöffnet und unbeschädigt sein, und der Kassenbeleg muss sichtbar im Beutel liegen.

Zum STEB ein Hinweis, der viele Flaschen gekostet hat: Öffne ihn nicht. Auch nicht, um etwas herauszunehmen und wieder hineinzulegen. Ein geöffneter STEB ist wertlos, und beim nächsten Sicherheitscheck ist die Flasche weg. Wenn du nach dem Duty-free-Kauf noch umsteigst, bleibt der Beutel bis zum Zielort zu.

Was passiert, wenn du zu viel dabeihast

Kein Drama, aber ein Zeitverlust – und der trifft dich in dem Moment, in dem du ihn am wenigsten brauchst.

Wird an der Kontrolle eine zu große Flasche gefunden, hast du drei Möglichkeiten: zurücklassen, zum Check-in zurückgehen und das Stück aufgeben, oder – bei manchen Flughäfen – einschicken lassen. In der Praxis wählen fast alle die erste Variante, weil die zweite zwanzig bis vierzig Minuten kostet und du die meist nicht mehr hast.

Deshalb lohnt es sich, teure Flüssigkeiten gar nicht erst ins Handgepäck zu legen. Parfum, hochwertige Pflegeprodukte und Spirituosen gehören in den aufgegebenen Koffer oder werden hinter der Kontrolle gekauft. Eine 80-Euro-Flasche in den Abfallbehälter zu werfen, weil sie 150 ml fasst, ist ein vermeidbarer Ärger.

Ein Sonderfall, der immer wieder auftaucht: Wer nur mit Handgepäck reist und trotzdem eine große Flasche mitnehmen will, kann sie am Check-in-Schalter noch als Einzelstück aufgeben. Das kostet die Gepäckgebühr der Airline, ist aber billiger als der Verlust – und muss vor der Kontrolle passieren, nicht danach.

Was überhaupt als Flüssigkeit zählt

Die Kategorie ist weiter, als der Name nahelegt. Neben allem Trinkbaren fallen darunter auch Cremes, Gele, Pasten, Lotionen, Sprays und Schäume – also Zahnpasta, Duschgel, Sonnencreme, Deo-Spray, Haargel, Mascara und Flüssig-Make-up.

Grenzfälle, die regelmäßig für Überraschung sorgen: Joghurt, Honig, Marmelade und Weichkäse gelten als Flüssigkeit. Ebenso Parfum. Wer aus dem Urlaub ein Glas regionalen Honig mitbringen will, gibt es auf oder kauft es hinter der Kontrolle.

Kein Problem sind dagegen feste Kosmetika: Seifenstücke, feste Shampoos, Deo-Sticks und Zahnputztabletten. Wer viel Handgepäck fliegt, spart sich mit diesen Varianten den Beutel fast vollständig – das ist der wirksamste Trick in diesem ganzen Text.

Der umgekehrte Fall: was ins Handgepäck muss

Bei Flüssigkeiten geht es darum, was du weglassen musst. Bei einer anderen Kategorie ist es genau andersherum – und der Fehler ist teurer, weil er dein aufgegebenes Gepäck betrifft.

Powerbanks und lose Lithium-Akkus dürfen nicht in den aufgegebenen Koffer. Sie gehören zwingend ins Handgepäck, in die Kabine, wo ein Defekt bemerkt und behandelt werden kann. Wer seine Powerbank im Koffer lässt, riskiert im besten Fall, dass der Koffer wieder geöffnet und das Teil entnommen wird – im schlechteren, dass der Koffer nicht mitfliegt.

Dasselbe gilt sinngemäß für E-Zigaretten: in die Kabine, und an Bord nicht laden.

Beim Packen heißt das: Erst die Akkus aus dem Koffer ins Handgepäck, dann die Flüssigkeiten aus dem Handgepäck in den Koffer. Zwei Handgriffe in entgegengesetzte Richtungen, und beide werden regelmäßig vergessen.

So packst du, damit es schnell geht

Die Kontrolle ist ein Nadelöhr, und du hast mehr Einfluss auf dein Tempo als du denkst.

Der Beutel gehört nach ganz oben, nicht zwischen die Kleidung. Am besten in ein Außenfach, aus dem du ihn im Stehen herausziehen kannst.

Fülle vorher um. Reisegrößen kaufen ist eine Möglichkeit, kleine leere Flaschen befüllen die billigere. Achte darauf, dass die Größenangabe auf dem Behälter steht – ein unbeschriftetes Fläschchen kann beanstandet werden.

Elektronik und Beutel zusammen bereitlegen. An klassischen Spuren müssen Laptop und Tablet einzeln in die Wanne. Wenn beides griffbereit oben liegt, brauchst du dafür Sekunden statt einer Minute mit Schlange dahinter.

Trinkflasche leeren, nicht wegwerfen. Leere Flaschen dürfen durch die Kontrolle, und hinter der Kontrolle gibt es an den meisten deutschen Flughäfen Wasserspender oder zumindest Wasserhähne. Das spart pro Reise die Kosten einer Flughafenflasche.

Wie viel Zeit du für die Kontrolle insgesamt einplanen solltest und was sonst noch vor dem Gate passiert, steht unter Abflug & Kontrolle. Die zulässigen Maße und Gewichte deines Handgepäcks – die sich 2026 ebenfalls geändert haben – findest du in der Übersicht zu den Handgepäck-Maßen, und wenn du in Frankfurt fliegst, lohnt vorher ein Blick auf die neue Terminalaufteilung.

Was nach der Landung statt vor dem Abflug zu beachten ist, einschließlich Zoll und Weiterreise, steht unter Ankunft Flughafen München.

Für Akkugeräte wie elektrische Zahnbürsten und Powerbanks gelten eigene Regeln, unabhängig von der 100-ml-Grenze; Details stehen unter Elektrische Zahnbürste im Flugzeug.

Was am Kontrollpunkt selbst passiert, von Körperscanner bis CT-Gerät, steht unter Sicherheitskontrolle am Flughafen.

Alle Angaben entsprechen dem Stand August 2026. Die Ausrüstung der Flughäfen wird laufend erweitert, und es ist gut möglich, dass in ein bis zwei Jahren an deutlich mehr Kontrollen zwei Liter gelten. Bis das flächendeckend gilt, ist die 100-ml-Regel der Maßstab, mit dem du nirgends anecken kannst – und der Ein-Liter-Beutel bleibt das langweiligste, aber verlässlichste Stück Reiseausrüstung, das du besitzt.

#flüssigkeiten#handgepäck#100 ml regel#sicherheitskontrolle#ct-scanner#duty free

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