Abflug lotse
DE / EN
Die Flughäfen

Flughafen Nürnberg: Terminal, Ziele und Anreise im Überblick

Nürnberg ist der einzige deutsche Verkehrsflughafen mit einer eigenen U-Bahn-Station direkt vorm Terminal – und nach einem Rekordjahr 2025 einer der am schnellsten wachsenden Airports des Landes.

Sophie Bauer
Sophie Bauer
22. August 2026
Abflughalle eines modernen Flughafenterminals
Foto: Bingqian Li / Pexels

Wer zum ersten Mal am Flughafen Nürnberg landet, wundert sich oft, wie überschaubar er wirkt – und wie schnell er einen trotzdem in die Stadt bringt. Offiziell trägt er, nach dem großen Sohn der Stadt, den Namen Albrecht-Dürer-Airport Nürnberg, vermarktet sich inzwischen aber schlicht als „Airport Nürnberg“ (IATA-Code NUE, ICAO EDDN). Mit rund 4,5 Millionen Passagieren im Jahr 2025 ist er der zweitgrößte Flughafen Bayerns nach München – und trotzdem ein Airport, den man in wenigen Minuten zu Fuß durchquert hat. Kein Skytrain, keine endlosen Gänge, dafür eine Besonderheit, die kein anderer deutscher Verkehrsflughafen mehr bietet: eine U-Bahn-Station, die direkt vorm Terminal liegt und dich in rund zwölf Minuten in die Innenstadt bringt. Dieser Überblick zeigt, wie das Terminal aufgebaut ist, wohin du von hier aus fliegst, wie du am schnellsten in die Stadt kommst – und wo du dein Auto lässt, wenn du selbst anreist.

Ein Terminal, zwei Abflughallen

Nürnberg hat, anders als große Umsteigeflughäfen, nur ein einziges Terminalgebäude – aufgeteilt in zwei Abflughallen und einen gemeinsamen Ankunftsbereich. In Abflughalle 1 checkst du ein, wenn du mit Ryanair oder Wizz Air fliegst, in Abflughalle 2 sitzen die Schalter aller übrigen Airlines, von Lufthansa über Eurowings bis KLM und Swiss. Diese Aufteilung entscheidet vor dem Abflug, welchen Eingang du nimmst – für die Ankunft spielt sie kaum eine Rolle, dort landest du ohnehin im selben Bereich.

Insgesamt gibt es sechs gebäudenahe Abstellpositionen, fünf davon mit Fluggastbrücke, wobei aktuell vier davon in Betrieb sind (Stand 2026). Für Ryanair, Wizz Air und andere Low-Cost-Verbindungen kommen drei weitere Positionen in unmittelbarer Terminalnähe hinzu, die zu Fuß über Gates und Treppenhäuser erreicht werden – du gehst hier also gelegentlich selbst über das Vorfeld zum Flugzeug, statt über eine Brücke einzusteigen. Der Flughafen selbst wirbt mit „kurzen Wegen“, und das stimmt: Zwischen Check-in, Sicherheitskontrolle und Gate liegen selten mehr als ein paar hundert Meter. Ausgelegt ist das Terminal auf eine Kapazität von rund fünf Millionen Passagieren im Jahr – ein Wert, dem der Flughafen mit seinem Rekordjahr 2025 inzwischen spürbar nahegekommen ist. Hinter der Sicherheitskontrolle warten auf beiden Ebenen Gastronomie, ein kleines Duty-Free-Sortiment und Sitzbereiche mit Blick aufs Vorfeld – kein Vergleich mit den Shopping-Meilen großer Drehkreuze, aber ausreichend für die kurze Zeit, die du hier normalerweise verbringst.

Passagierrekord 2025 – und wie es dazu kam

2025 war für den Flughafen Nürnberg das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte: rund 4,51 Millionen Passagiere (genau 4.508.765), ein Plus von 11,9 Prozent gegenüber den 4,03 Millionen im Jahr 2024. Damit übertraf der Airport auch den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2018 mit 4,47 Millionen Passagieren spürbar – nach Jahren, in denen die Zahlen wegen der Pandemie und ihrer Nachwirkungen deutlich niedriger lagen. 2023 waren es noch 3,93 Millionen. Die durchschnittliche Auslastung der Maschinen lag 2025 bei starken 83,2 Prozent, und mit diesen Zahlen rangierte Nürnberg unter den deutschen Flughäfen auf Platz neun. Damit liegt der Flughafen inzwischen auch spürbar über dem letzten normalen Vorkrisenjahr 2019, als hier 4,11 Millionen Passagiere gezählt wurden – das Wachstum ist also kein bloßes Aufholen, sondern echtes Plus.

Ein wesentlicher Treiber dieses Wachstums ist der Urlaubsverkehr: Antalya war 2025 mit deutlich über 600.000 Passagieren das mit Abstand beliebteste Ziel ab Nürnberg – eine Zahl, die auch die enge Verbindung Frankens zur türkischen Community widerspiegelt. Hinzu kommt Geschäftsreiseverkehr rund um die Messe Nürnberg, eine der größeren deutschen Messegesellschaften mit Fachmessen wie der Spielwarenmesse oder der Biofach, sowie ganzjähriger Städtetourismus in eine Altstadt, die spätestens im Advent mit dem Christkindlesmarkt zusätzliche Besucher anzieht.

Fluggesellschaften und Ziele: von Antalya bis Amsterdam

Das Angebot ab Nürnberg mischt drei Kategorien von Airlines. Netzwerkfluggesellschaften wie Lufthansa, Eurowings, Air France, KLM und Turkish Airlines bedienen europäische Drehkreuze, über die du weltweit anschließen kannst. Ferienflieger wie Corendon Airlines, Marabu und SunExpress fliegen vor allem Ziele am Mittelmeer an. Dazu kommen die Low-Cost-Airlines Ryanair, Pegasus und Wizz Air mit einem breiten Streckennetz Richtung Südost- und Osteuropa.

Für den Sommerflugplan 2026 kündigt der Flughafen rund 60 Nonstop-Ziele an. Tägliche Verbindungen bestehen unter anderem nach Frankfurt, Istanbul, Paris, Amsterdam und London-Stansted – praktisch, wenn du von Nürnberg aus auf einen Langstreckenflug umsteigen willst, denn direkt ab Nürnberg gibt es keine Langstrecke. Das eigentliche Schwergewicht liegt beim Ferienverkehr: griechische Inseln wie Kreta, Rhodos, Kos und Korfu sowie Festlandsziele wie Thessaloniki, Preveza und Kavala; spanische Ziele von Mallorca und den Kanaren bis Alicante, Málaga, Valencia, Girona und Barcelona; dazu ein dichtes Netz Richtung Balkan und Osteuropa mit Tirana, Bukarest, Brașov, Cluj-Napoca, Sibiu, Timișoara, Chișinău, Skopje, Belgrad, Vilnius und Budapest. Wer Franken oder die Oberpfalz als Wohnort hat, findet hier also eher den Zugang zur Sonne als zur Welt – für Interkontinentalflüge bleibt meist ein Umstieg nötig.

Nürnberg als zweiter Flughafen Bayerns

Eröffnet wurde der heutige Standort am 6. April 1955, als Nachfolger des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Flughafens Marienberg südlich der Stadt – seither ist der Airport im Norden Nürnbergs kontinuierlich gewachsen, ohne je die Dimensionen eines großen Drehkreuzes anzunehmen. Der Flughafen Nürnberg gehört zu je 50 Prozent der Stadt Nürnberg und dem Freistaat Bayern – ein kommunal-staatliches Konstrukt, das ihn deutlich kleiner hält als das Drehkreuz in München, das über weit mehr Kapital und ein eigenes zweites Terminal verfügt. Sein Einzugsgebiet ist trotzdem groß: Mittelfranken, Teile der Oberpfalz und Oberfrankens sind ohne eigenen nennenswerten Alternativflughafen auf Nürnberg angewiesen, während München mit dem Auto über die A9 und A3 gut 170 Kilometer und mit dem ICE gut eine Stunde entfernt liegt.

Wie in Hannover ist auch Nürnberg kein Umsteige-Drehkreuz, sondern ein Point-to-Point-Flughafen: Die meisten Passagiere starten oder landen hier, statt weiterzufliegen. Neben dem Passagierverkehr betreibt der Flughafen mit dem Cargo Center Nürnberg (CCN) eine eigene, wenn auch im Vergleich zu Frankfurt oder Leipzig kleine Frachtabfertigung – rund 4.700 Tonnen Fracht wurden hier 2025 umgeschlagen. Am gesamten Standort arbeiten laut Flughafenangaben rund 4.300 Menschen bei mehr als 100 dort ansässigen Unternehmen (Stand 2025), von Bodendienstleistern über Wartungsbetriebe bis zu Logistikfirmen im Frachtbereich.

Mit der U2 in zwölf Minuten in die Innenstadt

Die eigentliche Besonderheit dieses Flughafens erlebst du erst nach der Landung: Nürnberg ist der einzige deutsche Verkehrsflughafen mit einer direkten U-Bahn-Anbindung, seit in Berlin die Tempelhof-Verbindung wegfiel. Die Linie U2 hält direkt vorm Terminal, seit November 1999 – der Bau der Verlängerung kostete seinerzeit rund 180 Millionen D-Mark.

Fahrzeit zum Hauptbahnhofrund 12 Minuten
Taktalle 10 Minuten, tagsüber
TicketEinzelfahrkarte Tarifgebiet A (Nürnberg/Fürth/Stein)
Preis Einzelfahrkarte2,60 € (Stand 2026)

Die U2 fährt über Ziegelstein, den Nordostbahnhof und Rathenauplatz direkt zum Hauptbahnhof und von dort weiter durch die Innenstadt bis nach Röthenbach im Süden der Stadt. Für dich als Ankommenden heißt das: Koffer vom Band holen, ein paar Rolltreppen nehmen, Ticket am Automaten ziehen – und du bist ohne Umstieg, ohne Bus und ohne Parkplatzsuche in der Nürnberger Altstadt. Zum Vergleich: Am Flughafen Frankfurt-Hahn gibt es überhaupt keinen Bahnanschluss, dort bleibt nur der über zweistündige Bus in die nächste Großstadt. Diese eine U-Bahn-Station macht Nürnberg zu einem der bequemsten deutschen Flughäfen für alle, die ohne Auto anreisen.

Bus, Taxi und der Lufthansa-Zubringer nach München

Wer nicht in Richtung Innenstadt, sondern ins Umland will, nutzt die Buslinien 30 und 33, die den Flughafen mit Fürth und Erlangen verbinden, sowie nachts die Linie N12. Die Haltestellen liegen direkt vorm Terminal, Tickets gibt es unter anderem im VGN-Onlineshop.

Taxis stehen rund um die Uhr bereit, direkt am Terminalausgang. Und für alle, die von Nürnberg aus auf einen Langstreckenflug umsteigen wollen, gibt es eine Lösung, die es an kaum einem anderen deutschen Regionalflughafen gibt: den Lufthansa Express Bus zwischen Nürnberg und dem Flughafen München. Er ist auf die Anschlussflüge in München abgestimmt, Gepäck wird bei entsprechender Buchung durchgecheckt, und du bekommst separate Bordkarten für Bus und Anschlussflug. Die Haltestelle in Nürnberg liegt bei Parkhaus P2, Ecke Hotel Mövenpick.

Mit dem Auto über die A3

Für Autofahrer liegt der Flughafen denkbar günstig: Die A3 (Frankfurt–Nürnberg–Regensburg/Passau) führt direkt an den Airport heran, die Innenstadt ist von hier aus rund fünf Kilometer entfernt und in etwa 15 Minuten erreichbar. Ein praktischer Hinweis vom Flughafen selbst: Gib in Navigationsgeräten und Kartendiensten „Airport Nürnberg“ statt „Flughafen Nürnberg“ ein, da Letzteres in manchen Systemen zu Fehlleitungen führt.

Parken: von Kiss & Fly bis zum Langzeitparkhaus

Am Flughafen Nürnberg stehen insgesamt rund 10.400 Parkplätze zur Verfügung, verteilt auf mehrere Bereiche direkt am Terminal und weiter außen gelegene Flächen. Wer nur kurz jemanden absetzt oder abholt, nutzt die Kiss & Fly-Zone direkt vorm Terminal: Dort ist das Halten acht Minuten lang kostenfrei, überwacht per automatischer Kennzeichenerkennung.

Für etwas längere Wartezeiten eignen sich die Parkhäuser P2 und P3 sowie die Fläche P5 in Terminalnähe – hier sind die ersten 15 Minuten ebenfalls kostenlos, danach greifen Kurzzeittarife. Wer länger bleibt oder sein Auto während der ganzen Reise abstellen will, ist im Parkhaus P4 oder auf den weiter entfernten Langzeitflächen P31 besser aufgehoben; daneben bietet der Flughafen mit ParkenPLUS eine Premiumvariante mit kürzeren Wegen zum Terminal. Für die Langzeitfläche P31 lohnt sich gerade rund um Ferienzeiten eine Vorabbuchung, da sie zu Spitzenzeiten schneller ausgelastet ist als die Parkhäuser direkt am Terminal. Die Tagespreise bewegen sich je nach Bereich, Vorlaufzeit und Saison zwischen rund 10 und 22 Euro (Stand 2026), Wochenpreise beginnen bei früher Online-Buchung bei rund 80 Euro und liegen für Standardtarife in P3 oder P4 spürbar höher. Wie so oft gilt: Wer vorab online bucht statt spontan an der Schranke zu zahlen, kommt in aller Regel günstiger weg.

Ein deutlich kleinerer Regionalflughafen ganz ohne eigenen Bahnanschluss ist Dortmund, beschrieben unter Flughafen Dortmund Ankunft.

Ein Flughafen mit einer besonders langen und öffentlich viel diskutierten Baugeschichte ist BER, beschrieben unter Flughafen BER.

Nürnberg bleibt damit, was es seit Jahrzehnten ist: ein kompakter Regionalflughafen mit kurzen Wegen, der 2025 zeigen konnte, dass daraus auch ohne Umsteigeverkehr ein deutliches Passagierwachstum werden kann. Wer ohne Auto anreist, profitiert von der U2 wie an keinem anderen deutschen Airport; wer selbst fährt, findet ein überschaubares, gut ausgeschildertes Parkraumangebot direkt am Terminal. Für Reisende aus Franken oder der Oberpfalz bleibt er damit, allen Größenunterschieden zu Frankfurt oder München zum Trotz, meist die pragmatischere Wahl, sobald das gewünschte Ziel im Flugplan steht. Alle Angaben zu Passagierzahlen, Fahrzeiten und Parkgebühren entsprechen dem Stand 2026 nach Angaben des Flughafens Nürnberg, der VAG und des VGN – Ticketpreise und Parktarife werden üblicherweise jährlich angepasst, prüfe sie deshalb kurz vor deiner Reise noch einmal direkt bei den jeweiligen Anbietern. Weitere deutsche Flughäfen im Überblick findest du unter Die Flughäfen.

#flughafen nürnberg#nue#terminal#u-bahn#albrecht-dürer-airport#parken